Davy


Davy
Davy
 
['deɪvɪ],
 
 1) Gloria, amerikanische Sängerin (Sopran), * New York 29. 3. 1931; wurde 1954 durch eine Welttournee als Bess (in »Porgy and Bess« von G. Gershwin) international bekannt. Seitdem trat sie auch in Europa auf, 1958 debütierte sie an der Metropolitan Opera in New York; 1963-68 war sie ständiges Mitglied der Deutschen Oper Berlin; auch Interpretin zeitgenössischer Musik und Liedsängerin.
 
 2) Sir (seit 1812) Humphry, britischer Chemiker und Physiker, * Penzance (Cornwall) 17. 12. 1778, ✝ Genf 25. 5. 1829. Wurde als Autodidakt zu einem der bedeutendsten Chemiker des 19. Jahrhunderts und zum Begründer der Elektrochemie; war 1802-12 Professor an der Royal Institution in London, wo er öffentliche Experimentalvorlesungen hielt, seit 1801 Mitglied, 1820-27 Präsident der Royal Society. Davy untersuchte u. a. 1799 die Stickoxide (v. a. das von ihm so benannte Lachgas), wies die Ungültigkeit der kalorischen Wärmetheorie nach und zeigte, dass Wärmestrahlen durch Vakua gehen, Diamanten aus reinem Kohlenstoff bestehen und die seltenen Erden Oxide von Elementen sind. Seit 1806 befasste er sich mit elektrochemischen Erscheinungen, wobei er erstmals aufzeigte, dass reines Wasser durch elektrischen Strom in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt wird. 1807 gelang ihm die Isolierung der Elemente Kalium und Natrium durch Schmelzflusselektrolyse der Carbonate beziehungsweise Hydroxide mithilfe der voltaschen Säule; 1808 konnte er in gleicher Weise die Erdalkalimetalle darstellen. 1809/10 wies Davy nach, dass die Salzsäure frei von Sauerstoff, damit Chlor ein Element und Wasserstoff der wirksame Bestandteil von Säuren ist. Er entwarf eine Theorie der Elektrolyse und versuchte, chemische Reaktionen als elektrische Phänomene zu deuten. Arbeiten über die Flamme führten ihn zur Entdeckung des Lichtbogens (1812) und der Zündung brennbarer Gasgemische durch Platin (1816) sowie zur Konstruktion der Wetterlampe (1815). Nach anfänglichem Widerstand gehörte Davy zu den entschiedensten Vertretern der daltonschen Atomtheorie.
 
Ausgabe: The collected works, herausgegeben von J. Davy, 9 Bände (1839-40).
 
 
H. Hartley: H. D. (London 1966);
 
Das Buch der großen Chemiker, hg. v. G. Bugge, Bd. 1 (1929, Nachdr. 1984).

Universal-Lexikon. 2012.

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  • davy's — davy s; Davy s; …   English syllables

  • Davy — (spr. dēwĭ), Sir Humphry, Chemiker, geb. 17. Dez. 1778 zu Penzance in Cornwall, gest. 29. Mai 1829 in Genf, war seit 1795 Lehrling bei einem Wundarzt und Apotheker, kam dann als Gehilfe zu Beddoes in Bristol, der ihn 1798 in seiner medizinischen… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Davy — (spr. dehwĭ), Sir Humphry, engl. Chemiker und Physiker, geb. 17. Dez. 1778 in Penzance (Cornwall), 1802 Prof. in London, 1820 27 Präsident der Royal Society, gest. 29. Mai 1829 in Genf; entdeckte 1807 die Alkalimetalle, erwies 1808 die chem.… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Davy — (Däwwi, Dehwi), Sir Humphry, einer der berühmtesten Chemiker, geb. 1778 in der Grafschaft Cornwallis, bildete sich zuerst hauptsächlich durch Selbststudium, später unter Beddoes in Bristol, der ihn in sein Laboratorium aufnahm, ward Lehrer an der …   Herders Conversations-Lexikon


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